Politische Herrschaft

Politische Herrschaft
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Ein politisches System ohne Herrschaft ist weder denkbar noch realisierbar. Daher ist der Begriff politische Herrschaft eines der wichtigsten Gesprächspunkte in der Politikwissenschaft. Jedoch wird auch der der Grund warum politische Systeme entstehen oder untergehen stets in der Politikwissenschaft diskutiert.

Wie kann Herrschaft definiert werden?

Max Weber fand auch zu dem Begriff „Herrschaft“ eine Begriffsbestimmung, die er aber nicht nur auf die Politik bezieht, sondern im weiteren Sinne auffasst: “Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsamen zu finden.” Etwas einfacher ausgedrückt: Herrschaft ist die Möglichkeit, für einen bestimmten Befehl, den ich Personen gebe, Gehorsam zu finden.

Herrscher und Beherrschter

Herrschaft setzt immer die Existenz eines Herrschers und eines Beherrschten voraus. Diese Herrschaftsbeziehung kann entweder von oben nach unten entlang einer gesellschaftlichen Hierarchie verlaufen oder waagrecht innerhalb einer Gruppe von Gleichgesinnten. Die Herrschaft ist somit notwendig um überhaupt eine politische Ordnung zu konstituieren. Allerdings muss diese Herrschaft regelmäßig und erfolgreich durchgeführt werden, damit sie die Struktur der Politik aufrecht hält.

Herrschaftsformen in der Politik

Bereits in der Antike wurde versucht die Herrschaftsformen zu beschreiben und zu analysieren. Unterschieden wurde dabei nach der Anzahl der Herrscher, die das selbe politisches System für ihre Herrschaft verwendeten. Je mehr Herrscher die selbe Regierungsform verwenden, desto besser wurde sie angesehen. Demnach zählen folgende Verfassungen zu den

… gute Verfassungen, weil sie dem Gemeinwohl verpflichtet sind:

  • die Monarchie ( Herrschaft eines Einzelnen)
  • die Aristokratie (Herrschaft der Besten oder des Adels)
  • Demokratie (Herrschaft des Volkes)

hingegen gibt es entartete Verfassungen, die sich aus den guten Verfassungen entwickelten:

… entartete Verfassungen, weil die Herrscher ihren Vorteil gegenüber dem Volk ausnützen:

  • der Monarch wird zum Tyrannen und es entsteht eine Tyrannis.
  • die Aristokratie entwickelt sich zur Oligarchie, in der nur einige wenigen sehr reiche Personen die Herrschaft inne haben.
  • aus der Demokratie entwickelt sich die Ochlokratie, also die Pöbelherrschaft, bei der jeder einzelne nur mehr auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist.

Max Webers Einteilung der politischen Herrschaft

Nach Webers Verständnis kann die politische Herrschaft in drei Kategorien aufgeteilt werden:

  • Traditionelle Herrschaft, vertritt den Glauben, dass sie unumstößlich ist, aufgrund geltender Traditionen.
  • Legale (rationale) Herrschaft beruht auf der Überlegung, dass sie durch den Prozess der Rationalisierung legitimiert ist. Die legale Herrschaft wird durch die Vernunft geleitet, die sich in der Bürokratisierung ausdrückt und glaubt an den die Legalität der gesetzlichen Ordnung.
  • Charismatische Herrschaft stützt sich auf die Hingabe an einen als vorbildlich oder heilig verehrten Führers.

Max Webers Bedenken, dass sich die Bürokratie im Laufe der Zeit immer mehr verselbstständige ist sicherlich berechtigt. Eine verstärkte Kontrolle durch das Parlament und / oder eines charismatischen Führers können dem entgegenwirken.

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