
Wahrscheinlich leisten beide Faktoren einen sehr großen Beitrag zu dem Erfolg dieser Konzerte. Aber ein ebenso wichtiger Erfolgsfaktor von Großkonzerte ist das Wir-Erleben innerhalb der Gruppe. Die kommunikative Unmittelbarkeit ist ein wesentliches Kriterium für solche Massenveranstaltungen.
Der Zuhörer findet sich in der Gruppe wieder
Nicht am teilnahmslosen Konsumieren erlebt der Besucher die Musik, sondern darin, dass solche Musikveranstaltungen tausende Menschen vereinigen. In diesen Massenveranstaltungen werden oft Gefühle bis hin zur Ekstase ausgelöst. Das vervielfachte Ich innerhalb der Gruppe erlebt Kontakte und erfährt eine Zuordnung für das eigene Ich. “Der Zuhörer findet endlich seinen Platz innerhalb der Gemeinschaft” und erfährt damit ein Gefühl der Selbstverwirklichung innerhalb der Gruppe. Diese vitale Begegnung durch die Teilnahme des Rezipienten ist sicherlich die Grundlage für die Beziehung der Besucher zu “ihrer” Musik und begründet damit den Erfolg dieser Großveranstaltungen.
Gefühle des Rezipienten in Großkonzerten
Die vorgetragenen Lieder erzählen Geschichten, in dem sich das Publikum wieder erkennt. Sehr bewusst grenzt sich die Musik dieser Musikveranstaltungen gegen die unglaubwürdigen Klischees von Massenschund und Schnulzen ab. Dadurch befriedigt die Musik die kollektiven Wünsche, Träume, Sehnsüchte und Gefühle der Zuhörer. In der Masse verstärkt sich dieses Gefühl der Befriedigung um ein vielfaches. Der Rezipient fühlt sich durch dieses Musikerlebnis in der Masse verstanden und glücklich: Es geht ihm plötzlich gut, weil sich all seine angestauten Ängste und Sorgen, seine Unsicherheit und seine Niedergeschlagenheit in Nichts auflösen. Der Zuhörer gewinnt beim Musikerlebnis in der Masse Energie für neue Aktivitäten.
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