Macht das Smartphone süchtig?

Smartphone
Macht das Smartphone süchtig? - Foto: www.christianholmer.com
So klein ein Smartphone ist,
so groß ist seine Kraft eine Gesellschaft zu verändern …

Ein Tatsachenbericht aus Wien:

Hin und wieder suche ich einen Arzt auf, der am anderen Ende Wiens seine Praxis führt. Gerne benutze ich die öffentlichen Verkehrsmittel, auch wenn sich die Wartezeit manchmal in die Länge zieht. Unlängst wartete ich am Reumannplatz in Favoriten auf die U-Bahn-Linie-1. Auch den anderen Fahrgäste um mich herum schien die Wartezeit von ein paar Mintuen zu lange, denn ein Fahrgast nach dem anderen zückte selbstbewusst und stolz sein Smartphone. Gruppen von Mädchen und Burschen, die sich aufgeregt am Mobiltelefon unterhielten, umdrängten mich. Ein Stimmengewirr von den unterschiedlichsten Sprachen unterbrach den Lärm des heranbrausenden U-Bahnzugs.

In der U-Bahn

Erleichtert eine Sitzplatz zu finden, zu dem ich mich durchgekämpft hatte, blickte ich in die Runde um vielleicht eine oder einen netten Gesprächspartner zu finden. Schließlich würde meine Fahrt länger dauern, ich wollte ja nach Grinzing in den ehemaligen Vorort Wiens, der für seine guten Weine berühmt ist. Ich blickte forschend umher und was sah ich? Rechts von mir saß ein junge Frau, die emsig in ihr Smartphone Nachrichten eintippte. Mir gegenüber nahm ein reifer und distinguiert wirkender Herr Platz und ich hoffte bereits auf ein freundliches Lächeln seinerseits. Auch darin wurden meine Hoffnungen nicht befriedigt. Kaum hatte er es sich auf seinem Sitzplatz bequem gemacht, zog er sein Smarphone aus der Sakkotasche und startete es. Manchmal bin ich ungehörig so wie auch in diesem Fall: Ich reckte den Kopf um zu sehen, was der nette Herr so eilig durchblätterte: Seine Statusmeldungen am Facebook schienen seinen ganze Freude zu sein. Bei der U-Bahnstation Taubstummengasse stieg ein junger Mann in modischen, zerknutzschten Jeans zu. Lässig warf er sich in den U-Bahnsitz und durchstöberte in seinem Samartphone einzelne Anwendungen. Endlich hatte er gefunden was er suchte. Die Musik, die loslegte, war aus seinen Kopfhörern für mich und alle anderen Passagiere mitzuhören und begeistert trommelte er mit den Fingern auf der leeren Sitz den Takt seiner coolen Musik. Bei der U-Bahnstation Stephansplatz stieg ein junges Mädchen ein. Krampfhaft hielt es sich an ihrem Samrtphone fest, so als ob das Handy ihr die notwendige Sicherheit gäbe. Offensichtlch dienen Smartphones nicht nur zum Telefonieren, Musik hören und im Internet zu surfen sondern sie bieten auch seelischen Halt in allen Lebenslagen. Um mich herum nur gesenkte Köpfe, die allesamt sich mit ihrem Spielzeug beschäftigten.

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